Was ist der Gründonnerstag

Tradition und Bräuche: Was ist der Gründonnerstag?

Der Gründonnerstag ist der 5. Tag der Karwoche. Ihm folgen der Karfreitag, der Karsamstag, der Ostersonntag sowie der Ostermontag. Traditionell wird am Gründonnerstag in bestimmten Regionen viel Grünes gegessen, also Salat, junge Triebe, Kohl oder Nessel sowie grüne Kräuter, wodurch die Kraft des Frühlings und eine gewisse Heilwirkung mit der Nahrung aufgenommen wird. In einigen Regionen wird auch am Gründonnerstag mit der Aussaat, dem Setzen sowie Beschneiden der Pflanzen begonnen, wovon man sich eine besonders gute Ernte versprach.

Warum Gründonnerstag?

Auch als Weißer, Heiliger oder Hoher Donnerstag wird der Gründonnerstag bezeichnet. Das „Grün“ bedeutet so viel wie „Tag der Frischen, der Erneuerten, von Sünden befreiten“ Der Name entstand etwa um 1200 in Mitteldeutschland. Christen gedenken an diesem Tag des letzten Abendmahles Jesu mit seinen zwölf Jüngern, bevor er tags darauf gekreuzigt wurde. Am Abend wird eine Vesper gehalten. In der Katholischen Kirche findet mit Beginn zwischen 16:00 und 20:00 Uhr eine Messe statt. Anschließend folgt eine schlichte Prozession mit dem Allerheiligsten, die für Jesu Gang zum Ölberg steht.

Bräuche am Gründonnerstag

Zu den christlichen Riten gehört die Fußwaschung an 12 Männern und Frauen, die in der Gemeinde ausgewählt werden und vom Priester gewaschen werden, der Papst wäscht 12 Bischöfen in Rom die Füße. Vom Aberglauben her gingen ganze Bauernfamilien hinaus in ihren Obstgarten, um drei Vaterunser für eine reiche Ernte zu beten.

Am Gründonnerstag Geborene hätten angeblich wahrsagerische Fähigkeiten, auch den Eiern, welche am sogenannten „Antlasstag“ von den Hühnern gelegt wurden, sollten magische Kräfte innewohnen. Man bereitete am Gründonnerstag auch eine grüne Fastenspeise zu, wie Spinat mit Eiern, Kerbelsuppe oder Sauerampfer. Auch Osterlämmchen aus Biskuitteig sind ein Brauch für Gründonnerstag zum Frühstück. Je nach Region gibt es noch verschiedene andere Bräuche, z. B. die Gründonnerstags-Brezel in Mühlhausen (Thüringen).

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