Das große Ostereier Versteckspiel von Wiesenau

Wiesenau war ein malerisches Dorf, umgeben von sanften Hügeln und blühenden Wiesen, das für seine fröhlichen Feste und seine enge Gemeinschaft bekannt war. Ostern war in Wiesenau besonders speziell, denn es war die Zeit des großen Ostereier Versteckspiels, einer Tradition, die die Bewohner jedes Jahr sehnlichst erwarteten.

Dieses Jahr sollte das Versteckspiel etwas ganz Besonderes werden, denn der Bürgermeister, Herr Friedrich, hatte beschlossen, das ganze Dorf in das Spiel einzubeziehen. Jede Familie wurde gebeten, handbemalte Ostereier beizusteuern, die dann von einer Gruppe Freiwilliger im gesamten Dorf versteckt werden sollten in Gärten, auf dem Marktplatz, in den Ästen der alten Eichen, die den Dorfteich säumten, und sogar in der alten Mühle am Rande des Waldes.

Die Spannung stieg, als der Tag des großen Versteckspiels näher rückte. Kinder und Erwachsene bemalten Eier in allen Farben des Regenbogens, verzierten sie mit Mustern, Glitzer und manchmal sogar mit kleinen Botschaften der Hoffnung und Freude.

Am Vorabend des Ostersonntags, unter dem Schleier der Dämmerung, machten sich die Freiwilligen auf den Weg, um die Eier zu verstecken. Sie schlichen durch das Dorf wie geheime Agenten einer vergnüglichen Mission, immer darauf bedacht, ihre Verstecke so einfallsreich wie möglich zu wählen.

Als der Ostermorgen anbrach und die ersten Sonnenstrahlen das Dorf in ein goldenes Licht tauchten, versammelten sich alle Bewohner von Wiesenau auf dem Marktplatz. Herr Friedrich gab das Startsignal, und mit Körben und Taschen ausgestattet, schwärmten die Kinder aus, gefolgt von ihren Familien, um die versteckten Schätze zu finden.

Was folgte, war ein Morgen voller Lachen, Rufen und der Freude über jede gefundene bunte Überraschung. Das ganze Dorf war erfüllt von der aufgeregten Energie des Spiels. Geschwister arbeiteten zusammen, Großeltern teilten alte Suchstrategien, und die Eltern genossen den Anblick ihrer glücklichen Kinder.

Doch das größte Geheimnis sollte noch gelüftet werden. Herr Friedrich hatte ein besonders großes, goldenes Ei versteckt, das „Ei des Glücks“, wie er es nannte. Der Finder dieses Eies sollte einen besonderen Wunsch frei haben, der vom Dorf erfüllt werden würde.

Nach Stunden der Suche war es die kleine Anna, die das goldene Ei in der Krone der ältesten Eiche des Dorfes entdeckte. Ihr Wunsch war einfach, aber tiefgreifend: Ein Festmahl für das ganze Dorf, um die Gemeinschaft und die Freundschaft zu feiern, die in Wiesenau so reichlich vorhanden waren.

So endete das große Ostereier-Versteckspiel von Wiesenau nicht nur mit der Freude über die gefundenen Eier, sondern auch mit einem Fest, das die Herzen aller Dorfbewohner erwärmte und ihre Bindung zueinander stärkte. Es war ein Tag, der in die Geschichte des Dorfes einging, ein lebendiger Beweis dafür, dass die einfachsten Freuden oft die größten Schätze sind.

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